Neue Kooperation revolutioniert Logistikbranche

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Schwedisches Hightech-Unternehmen Acconeer unterstützt deutsches Start-up Packwise

Ein Zusammenspiel zweier innovativer Lösungen eröffnet in Zukunft völlig neue Möglichkeiten in der Container-Logistik. Das Dresdner Start-up Packwise und das schwedischen Technologieunternehmen Acconeer arbeiten nun zusammen. Das aus der Universität Lund ausgegründete Unternehmen entwickelte einen einzigartigen Radarsensor. Erstmals kommt der Sensor nun bei der Füllstandsmessung von Containern zum Einsatz, wie sie Packwise mit einer eigenen Entwicklung verfolgt. Für die supersmarte Basistechnologie von Acconeer ist damit ein vollkommen neuer Anwendungsfall gefunden.

Für ihre Packwise Smart Cap suchten die Dresdner vor einigen Monaten noch die passende Technologie für die angestrebte Füllstandsmessung. Entwickler und CTO René Bernhardt recherchierte dafür sehr viel und testete zahlreiche Lösungen anderer Anbieter. Perfekt geeignet war keine. Dann stieß er auf den A1-Radarsensor von Acconeer. „Schon die ersten Gespräche mit den Schweden waren sehr konstruktiv und die Zusammenarbeit von Anfang an unkompliziert“, sagt Bernhardt. Schnell war klar, der Sensor erfüllt die Anforderungen. „Die Verantwortlichen bei Acconeer waren sofort Feuer und Flamme für unser Thema, haben sich sogar einen eigenen Container besorgt, um sofort erste Tests durchzuführen.“ Bei einem gemeinsamen Workshop in Lund wurde die Zusammenarbeit weiter ausgelotet und letztlich vertraglich geregelt.

Das gemeinsame Projekt markiert den letzten großen Schritt hin zur Serienfertigung der Packwise Smart Cap. Das Plug&Play-Gerät erstellt den digitalen Zwilling eines Containers. Sensordaten geben Auskunft über dessen Standort, Füllstand, Bewegung, Neigung und Temperatur. Die Packwise Smart Cap, die mit wenigen Handgriffen am Container angebracht werden kann, muss damit auch unter anspruchsvollen Bedingungen einwandfrei funktionieren. Eine Herausforderung für die Technik, die der A1-Radarsensor von Acconeer perfekt meistert. Er misst den Abstand zwischen Oberkante des Behälters und dem Flüssigkeitsniveau. Daraus lässt sich der Füllstand ermitteln. Großer Vorteil: Der Sensor kann dabei durch verschiedenste Materialien hindurchmessen ohne mit aggressiven Chemikalien oder hochempfindlichen Inhalten der Container in Berührung zu kommen. Ob hohe und niedrige Temperaturen oder auch Feuchtigkeit – die Messergebnisse bleiben absolut präzise.

Nachdem mit Prototypen die Eignung des Acconeer-Sensors bestätigt werden konnte, wurde die Integration des Sensors in die Packwise-Lösung als gemeinsames Projekt gestartet. Anpassungen der Algorithmen, Integration der Hardwarekomponenten und spezielle Versionen der Software für die Hardwarearchitektur der Packwise SmartCap waren unter anderem die Herausforderungen der Implementation. Auch danach, während der Testphase, gab es einen regen Austausch zwischen den Technikern beider Unternehmen. Acconeer-Mitarbeiter besuchten das Packwise-Team in Dresden, um später auch gemeinsam bei Smart-Cap-Pilotkunden die Technologie zu optimieren. „Die Zusammenarbeit ist sehr lebendig, schnell und vertrauensvoll“, beschreibt es Gesche Weger. „Für diese herzliche und professionelle Kooperation sind wir sehr dankbar.“

Intermediate Bulk Containern, kurz IBC, kommen vor allem in der chemischen, der pharmazeutischen und in der Lebensmittelindustrie zur Anwendung. Schätzungen zufolge sind allein in der EU 43 Millionen Kunststoff-IBC im Umlauf. Hinzu kommen rund drei Millionen StahlIBC. Im Sommer läuft die Serienproduktion der Packwise Smart Cap an. Sie lässt sich ganz einfach durch wenige Handgriffe an die verschiedenen Modelle von Kunststoff- oder StahlIBC anbringen. Weil Kunden damit ihre Lagerbestände besser im Blick haben, die Nachbestellung automatisiert möglich ist und zudem Logistik und Aufbereitung von Containern verbessert werden, kann CO2 eingespart werden, das sonst bei der Produktion neuer Container entstünde. Ein Pluspunkt für die Umwelt. „Das ist ein innovativer und absolut zukunftsweisender Ansatz, den Packwise mit der Smart Cap verfolgt“, sagt Lars Lindell, CEO und Mitgründer von Acconeer. Die Idee unterstütze den Gedanken einer Kreislaufwirtschaft. „Wir freuen uns, mit unserer Radarsensortechnik jetzt ein Teil davon zu sein.“ Beide Unternehmen werden auch in Zukunft eng zusammenarbeiten.

 

Über Acconeer

Acconeer ist ein führendes Radarsensor-Unternehmen mit Sitz im Ideon Science Park, einem Wissenschaftspark im südschwedischen Lund. Das 2011 gegründete Unternehmen entwickelt einen 3D-Sensor mit extrem niedrigem Stromverbrauch und hoher Präzision. Die robuste und kostengünstige Lösung ist neben Anwendungen für Virtual Reality und Spielen auch für Technologie in den Bereichen Sicherheit und Robotersteuerung einsetzbar. Die Informationen des Sensors können auch zur Identifizierung verschiedener Materialien verwendet werden.

Über Packwise

Packwise ist ein B2B Startup aus Dresden. Packwise bietet eine innovative Industrielösung für das Asset Tracking und das smarte Container Management für Flüssiggüter. Kunden sind Unternehmen der Chemie- und Lebensmittelbranche. Das neue Plug & Play Internet of Things (IoT) Gerät Packwise Smart Cap schafft neuartige Einblicke. Der digitale Zwilling des Intermediate Bulk Containers (IBC) erfasst Sensordaten zu Standort, Füllstand und Bewegung mit hoher Präzision in Echtzeit. Die offene Softwarelösung visualisiert und automatisiert Abläufe für verschiedene Anwendungen in der Supply Chain der Unternehmen. Sie warnt bei Abweichungen von Parametern und stellt Handlungsempfehlungen bereit.

 

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